Woran erkenne ich Karies und wie vermeide ich sie?

– ein Gastbeitrag von Birgit Schlee, Dentalhygienikerin

In unserem Mund leben mehrere Milliarden Bakterien. Und das ist auch gut so. Denn solange diese Mikroflora in der richtigen Balance ist, schützt sie uns vor Entzündungen und Krankheiten. Nehmen allerdings die krankmachenden Bakterien in der Mundhöhle überhand, kann das negative Folgen für unsere Mundgesundheit haben. Krankheiten wie Karies oder Parodontitis können entstehen. 

Wie entsteht Karies?

Aus der Zeit 1800 v. Chr. stammte der Glauben, dass ein Zahnwurm die Ursache für Karies sein. Recht schnell konnte diese Theorie aber widerlegt werden, denn verantwortlich für Karies ist die Plaque, ein durchsichtiger Belag aus Bakterien, die direkt auf unseren Zähnen haftet. Diese Kariesbakterien ernähren sich von Kohlenhydraten, die wir durchs Essen aufnehmen, also zum Beispiel von Zucker, und verstoffwechseln diese zu Säuren. Die Säuren greifen die äußere Schutzschicht unserer Zähne, den Zahnschmelz an. Umgangssprachlich sagt man, es fressen sich Löcher in die Zahnoberfläche, aber in der Realität entziehen diese Säuren der Zahnoberfläche Inhaltsstoffe wie Kalzium und Phosphat und es entsteht ein Defekt. 
Im schlimmsten Fall kann die Karies zum Verlust des Zahnes führen. Wenn der Zahn von der Säure so zerstört wurde, dass er nicht mehr zu retten ist. Aber so weit muss es nicht kommen.

Wie erkenne ich Karies?

Du erkennst eine beginnende Karies nur durch aufmerksames Prüfen deiner Zähne zu Hause vorm Spiegel und durch regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt. Denn solange der Defekt noch innerhalb der Zahnoberfläche liegt, verursacht die Karies keine Schmerzen. Hat der Zerfall allerdings das darunter liegende weichere Dentin erreicht, äußert sich die Karies durch Empfindlichkeiten und Schmerzen. Dann ist es höchste Zeit zu handeln! Denn fressen sich die Kariesbakterien noch tiefer in den Zahn hinein und gelangen in das Zahnmark, in dem die Nerven des Zahns liegen, bleibt häufig nur noch eine Wurzelbehandlung oder als letzter Ausweg das Ziehen des Zahnes.
Um das zu verhindern, sind eine gute Mundhygiene und regelmäßige zahnärztliche Kontrollen unerlässlich. Wird die Karies frühzeitig erkannt, kann ihr Fortschreiten erfolgreich aufgehalten werden. Dann entfernt dein*e Zahnärzt*in die kariöse Substanz am Zahn durch Bohren und füllt das entstandene Loch anschließend mit einem Füllungsmaterial.

Wie kann ich Karies vorbeugen?

truemorrow Bambus-Zahnbürsten

Die Karies kann nicht nur auf der Kaufläche des Zahns entstehen, sondern auch zwischen den Zähnen und sogar auf der Oberfläche der Zahnwurzel. Deshalb ist es wichtig, dass deine tägliche Zahnpflegeroutine nicht nur das Zähneputzen mit der Bürste, sondern auch eine Zahnzwischenraumreinigung mit Zahnseide oder Interdentalbürstchen umfasst. So entfernst du Essensreste aus allen Ritzen und Spalten und kannst die kariesverursachenden Bakterien wirksam reduzieren. Denn bekommen sie durch deine gründliche Reinigung auch zwischen den Zähnen keine Nahrung mehr, können sie sich nicht mehr vermehren und sterben ab. Eigentlich total einfach!

truemorrow Zahnseide

Darüber hinaus kannst du mit der Methode des Ölziehens deine Mundhöhle intensiv pflegen und die Zähne vor der Anlagerung neuer Bakterien schützen. Verwende dazu am besten kaltgepresste Öle in Bio-Qualität wie zum Beispiel Kokos-, Lein-, Sesam- oder Hanfsamenöl.
Du kannst auch deine Interdentalbürsten in etwas  Öl tauchen und die Zwischenräume zum Schutz benetzen und das Zahnfleisch somit pflegen.

truemorrow Interdentalbürsten

Nicht zu vergessen ist die Zahn-gesunde Ernährung. Denn die Zähne sind nicht nur zum Essen da, sondern das Essen auch für die Zähne. Umso wertiger unsere Nahrung ist, also wenn sie viel Obst und Gemüse umfasst, desto besser. Denn dann werden deine Zähne von innen mit Nährstoffen versorgt und widerstandsfähiger.

Obst und Gemüse


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